Begründetes Anfangswissen

“Man muss nicht alles wissen, man braucht nur zu wissen, wo was steht.“
Das war die Einstellung meines Lehrherren, der als Anwalt für mich damals ein Vorbild in Sachen Wissen zu sein schien – und Bücher waren schon immer meine große Leidenschaft.

Im Laufe der Zeit habe ich Bücher geradezu verschlungen und mir viel Wissen angeeignet. Bei einem Thema hängengeblieben bin ich selten, sondern vom “Hölzchen auf’s Stöckchen gekommen“, wie meine Großmutter immer so schön sagte.

Natürlich könnte man sagen, dass ich dadurch von allem wenig weiß, und das mag auch stimmen, doch ich habe ein “begründetes Anfangswissen“, auf das sich aufbauen lässt – ich weiß meist, was wo steht, für den Fall, dass ich tiefer einsteigen möchte.

Seitdem es das Internet gibt, ist der Zugang zu Informationen so rapide angestiegen, dass es mir möglich war, schneller mehr Wissen anzusammeln. Dies führt dazu, dass sich Verbindungen im Kopf zusammenfügen, die vorher kaum möglich und durch eingeschränkten Zugang zum jeweiligen Interessensgebiet manchmal auch undenkbar waren.

Gerade in der letzten Zeit habe ich Zusammenhänge erkannt, die denkbar, doch unfassbar zu sein scheinen. Mein begründetes Anfangswissen führt mich zu folgender Geschichte.

‚Vor einiger Zeit lebte auf einem schönen Flecken dieser Erde, von Wasser umgeben, ein Völkchen, das völlig mit sich selbst beschäftigt war. Ganz besonders stolz war das Völkchen auf die vogelartigen Gebilde, die seit Generationen von ihnen aus allen möglichen Materialien ihrer Umgebung gebaut wurden.
Eines Tages kamen Götter zu ihnen, und diese Götter erteilten den kräftigsten Mitgliedern des Völkchens eine Aufgabe. Sie sollten für die Götter kämpfen. Göttern widerspricht man eher selten, und so trugen die neuen Krieger bald stolz die drei Buchstaben des Namens der Götter auf ihrer Brust und zogen in den Kampf.

Die neuen Krieger haben ihren Job wohl ordentlich gemacht, denn die Götter luden einen aus ihrem Völkchen zum Dank zu einer Reise in das Reich der Götter ein.

Das war für diesen Menschen eine unglaubliche Reise, hatten die Mitglieder des Völkchens doch bisher geglaubt, ihr Flecken Erde sei alles, was in dieser Welt existierte – und jetzt das. Die Götter präsentierten ihm eine eigene, große Welt.

Zurück bei seinem Völkchen erzählte der Mensch von seinen Erlebnissen. Was ihn richtiggehend schockiert hatte, war die Tatsache, dass diese Götter doch tatsächlich die Ideen ihres Volkes gestohlen und nachgebaut hatten – und sie nannten sie Flugzeuge.

Alle waren sich darüber einig, froh zu sein, dass ihre Welt mit der der Götter nichts zu tun hatte. Ihre Welt war die Insel, und nur die existierte.‘

Wilde halt, die es nicht besser wissen.
Doch was, wenn unsere Welt auch eine Insel wäre?

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Wasser – eine Betrachtung

Auf der Welt gibt es nichts, was weicher und dünner ist, als Wasser. Doch um Hartes und Starres zu bezwingen, kommt nichts diesem gleich. Dass das Schwache das Starke besiegt, das Harte dem Weichen unterliegt – jeder weiß es, doch keiner handelt danach.

Laotse

Wasser ist in vielerlei Hinsicht einzigartig. Nur Wasser dehnt sich z.B. aus, wenn es gefriert. Nur Wasser ist in fester und flüssiger Form sowie gasförmig vorhanden. Die Bedeutung des Wassers für unser Leben ist sicherlich jedem bekannt. Doch es gibt Dinge, die das Wasser betreffen, über die man eher selten nachdenkt.

Das Wasser Thema interessiert mich schon längere Zeit – ganz besonders, seitdem ich mir diese Buch gekauft hatte:

Produkt-Information

Nach dem Lesen musste ich einfach weiter den Forschungen von Masaru Emoto nachgehen. Diese Kristalle waren einfach faszinierend. Emoto machte Schwingung im Wasser sichtbar. Er bespielte zum Beispiel Wasser mit Musik, sagte Worte der Dankbarkeit, schrie es an oder beschriftete ein Glas mit positiven oder negativen Worten. Die Kristalle dieser unterschiedlich behandelten Wasser waren alle verschieden. „Liebe und Dankbarkeit“ ergaben einen wunderschönen Kristall,

Liebe, Dankbarkeit

 „Dummkopf“ nur ein verzerrtes Etwas.

Dummkopf Japanisch

Beethoven, Bach, Mozart, Vivaldi – alles ein Ausdruck von Schönheit. Heavy Metall – grauenhaft.

In seinem Buch „Die Antwort des Wassers“ (obige Bilder aus diesem Buch) schreibt Emoto:

„Man kann behaupten, dass Wasser Information übernimmt und diese dann speichert. Möglicherweise erinnert sich das Meereswasser an Geschichten aus dem Leben im Meer. Ein Gletscher schließt vielleicht die Millionen Jahre lange Geschichte des Erdballes in sich ein.  …  Das Wasser zu kennen heißt, das Universum und die ganze Natur, das ganze Leben zu kennen.“

Auf dem Prinzip der Informationsspeicherung baut auch die Homöopathie auf. Eine kleine Menge der Urtinktur (Auszug aus einer Pflanze oder einem anderen Material) wird beim Potenzierungsvorgang immer wieder verdünnt und geschüttelt. In hohen Potenzen ist kein Molekül des Wirkstoffs mehr vorhanden, doch die Information wird weitergegeben.

Information also.

Wasser speichert Information.

Der Mensch besteht zum größten Teil aus Wasser.

Wasser, das sich in den über 50 Trillionen Zellen befindet, die den Menschen „bilden“. Die Urzellen eines Menschen sind Ei- und Samenzelle von Mutter und Vater. Zellen, die selbst viel Informationen enthalten, und die diese Informationen weitergeben, solche, die sie selbst „eingesammelt“ haben und jene, die sie wiederum von ihren Eltern übernommen haben. Der Mensch besteht also aus einer Ansammlung von Informationen, die nicht nur von ihm selbst aufgenommen wurden, sondern die er auch bereits bei seiner Zeugung übernommen hat.

Wie genau diese Informationen uns beeinflussen, kann ich natürlich nicht sagen, doch ist mir kürzlich etwas aufgefallen, das mir wie eine Bestätigung dessen vorgekommen ist, was ich irgendwie immer schon wusste.

Ich bin über ein Hörbuch gestolpert, das einen Teil der EDDA beinhaltete – Havamal. Dort heißt es u.a.:

„Doch steife sich niemand auf seinen Verstand,
Acht hab er immer.
Wer klug und wortkarg zum Wirte kommt
Schadet sich selten:
Denn festern Freund als kluge Vorsicht
Mag der Mann nicht haben.

Vorsichtiger Mann, der zum Mahle kommt,
Schweigt lauschend still.
Mit Ohren horcht er, mit Augen späht er
Und forscht zuvor verständig.

Selig ist, der sich erwirbt
Lob und guten Leumund.
Unser Eigentum ist doch ungewiß
In des andern Brust.

Selig ist, wer selbst sich mag
Im Leben löblich raten,
Denn übler Rat wird oft dem Mann
Aus des andern Brust.

Nicht beßre Bürde bringt man auf Reisen
Als Wissen und Weisheit.
So frommt das Gold in der Fremde nicht,
In der Not ist nichts so nütze.

Nicht üblern Begleiter gibt es auf Reisen
Als Betrunkenheit ist,
Und nicht so gut als mancher glaubt
Ist Ael den Erdensöhnen,
Denn um so minder je mehr man trinkt
Hat man seiner Sinne Macht.

Der Tölpel glotzt, wenn er zum Gastmahl kommt, Murmelnd sitzt er und mault.
Hat er sein Teil getrunken hernach,
So sieht man welchen Sinns er ist.

Der weiß allein, der weit gereist ist,
Und vieles hat erfahren,
Welches Witzes jeglicher waltet,
Wofern ihm selbst der Sinn nicht fehlt.

Lange zum Becher nur, doch leer ihn mit Maß,
Sprich gut oder schweig.
Niemand wird es ein Laster nennen,
Wenn du früh zur Ruhe fährst.

Der gierige Schlemmer, vergißt er der Tischzucht,
Schlingt sich schwere Krankheit an;
Oft wirkt Verspottung, wenn er zu Weisen kommt,
Törichtem Mann sein Magen.

Selbst Herden wissen, wann zur Heimkehr Zeit ist
Und gehn vom Grase willig;
Der Unkluge kennt allein nicht
Seines Magens Maß.

Der Armselige, Übelgesinnte
Hohnlacht über alles
Und weiß doch selbst nicht was er wissen sollte,
Daß er nicht fehlerfrei ist.

Unweiser Mann durchwacht die Nächte
Und sorgt um alle Sachen;
Matt nur ist er, wenn der Morgen kommt,
Der Jammer wahrt wie er war.

Ein unkluger Mann meint sich alle hold,
Die ihn lieblich anlachen.
Er versieht es sich nicht, wenn sie Schlimmes von ihm reden
So er zu Klügern kommt.

Ein unkluger Mann meint’sich alle hold,
Die ihm kein Widerwort geben;
Kommt er vor Gericht, so erkennt er bald,
Daß er wenig Anwälte hat.

Ein unkluger Mann meint, alles zu können,
Wenn er sich einmal zu wahren wußte.
Doch wenig weiß er was er antworten soll,
Wenn er mit Schwerem versucht wird.

Ein unkluger Mann, der zu andern kommt,
Schweigt am besten still.
Niemand bemerkt, daß er nichts versteht,
So lang er zu sprechen scheut.
Nur freilich weiß wer wenig weiß
Auch das nicht, wann er schweigen soll.

Weise dünkt sich schon wer zu fragen weiß
Und zu sagen versteht;
Doch Unwissenheit mag kein Mensch verbergen,
Der mit Leuten leben muß.

Der schwatzt zuviel, der nimmer geschweigt
Eitel unnützer Worte.
Die zappelnde Zunge, die kein Zaum verhält,
Ergellt sich selten Gutes.“

Dies alles verstehe ich als eine Art „Verhaltensregeln“, die ich so auch von meinen Eltern übernommen haben könnte, so habe ich sie jedenfalls verinnerlicht. Und ein Satz wie:

„Nur freilich weiß wer wenig weiß, auch das nicht, wann er schweigen soll.“,

ist sozusagen wie ein Teil meiner Persönlichkeit: Schweigen, wenn es nichts zu sagen gibt, – wenn ich weiß, dass ich nichts weiß. Das war mir schon als junges Mädchen bewusst, wenn ich mit ein paar älteren Damen im Konzert war und zu ihren Gesprächen in der Pause lieber schwieg. „Vornehme Zurückhaltung“ haben sie das genannt.

Haben meine Eltern dies so an mich weitergegeben? Nicht mit Worten, soweit ich mich erinnern kann. Offenbar aber durch ihre eigenen Handlungen, die auch sie wiederum von ihren Vorfahren übernommen haben.

Wir haben also Informationen in uns gespeichert, die uns mit unseren Vorfahren verbinden. Dies bindet uns, so scheint mir, auch an die Heimat unserer Ahnen, denn dort, wo sie ihre Informationen gespeichert haben, haben auch ihre Mitmenschen Informationen gespeichert, die sie an ihre Nachkommen weitergegeben haben, die heute unsere Mitmenschen sind. Daher verstehen wir einander meist wortlos – eine Geste reicht oft. Wir wissen miteinander umzugehen – sind wir uns doch in gewisser Weise ähnlich. Sicherlich sammelt jeder seine eigenen Informationen und daher sind wir trotz aller Ähnlichkeit nicht gleich – nicht einmal die Menschen innerhalb einer Familie. Doch in grundsätzlichen, bedeutenden Eigenschaften und Verhaltensweisen besteht eine große Übereinstimmung. Daher freuen sich die meisten Menschen wohl auch, selbst nach dem schönsten Urlaub in fremden Ländern wieder nach Hause zu kommen – mir ging es immer so.

Es würde mich wirklich interessieren, ob Menschen, die ihre Heimat verlassen und in ein anderes Land, eine andere Kultur einwandern, schon jemals darüber nachgedacht haben, dass sie ihre Wurzeln verlieren, indem sie ihre „Informationsgemeinschaft“ aufgeben.

Ich persönlich fühle mich meiner eigenen Informationsgemeinschaft so verbunden, dass ich alles nötige versuchen würde, um in der Region der Erde zu bleiben, die mir entspricht, mit der ich gemeinsame „Informationswurzeln“ habe.

Wasser ist nicht nur ein lebenswichtiges Element, es ist auch ein erstaunlich verbindendes Element – doch wer beschäftigt sich schon mit den Dingen hinter den Dingen …

 

Verluste

Die letzten Wochen waren zu traurig, um mich mit Dingen wie Blog oder E-Mail oder Verein oder Planungen oder überhaupt irgend etwas, das mir alles plötzlich sowieso unwichtig erschienen ist, zu beschäftigen.

Einen Morgen kamen wir zur Fütterung auf den Berg und dort lag unsere Ziege Jane tot vor dem Zaun. Keine Verletzungen zu sehen – einfach tot.

Dann starben einige Hühner und das Kaninchen, das mich immer abgeleckt hat, wenn ich es beim Füttern gestreichelt habe.

Und als sei das noch nicht genug, fanden wir ein paar Tage später auch noch unseren Torro tot auf der Weide – aus Nase und Mund blutend. Nur wenige Tage vorher waren wir noch mit ihm beim Tierarzt, weil etwas an seinem Fuß operiert werden musste, und es ging ihm gut.

Ich weiß nicht was es war, das den Tieren den Tod gebracht hat, doch solche Ereignisse gehen an uns nicht spurlos vorbei. 17 Jahre lang hatte ich es geschafft, meinen Kindern ein Haustier zu verwehren, weil ich aus der Kindheit noch wusste, wie schwer für mich der Tod eines Tieres zu verkraften ist – davor wollte ich mich und meine Kinder bewahren. Jetzt haben wir viele Tiere und man könnte denken, da ist der Schmerz nicht so groß, wenn mal eins davon stirbt – es ist schrecklich.

Die Verluste dieses Jahres haben mich in ein tiefes Tal geführt, und ich musste mich in mich selbst zurückziehen, um zu erkennen, wo ich mich befand. Allerdings war ich in der Lage, mich mit Bach-Blüten und Homöopathie soweit „auf Kurs“ zu halten, dass ich die Richtung noch erkennen konnte.

 

Ich habe mich immer geweigert, mir den Tod anzusehen, sei es bei meiner Großmutter oder meiner Mutter – ich konnte es einfach nicht ertragen. Habe mir immer gesagt: es reicht, zu wissen, dass sie tot sind. Jetzt, mit den Tieren, muss ich mir den Tod nicht nur ansehen, ich musste bei einem Tier, an dem ich sehr sehr gehangen habe, sogar zuschauen, wie der Tod auftauchte, sich näherte und das Tier mit sich nahm, ohne, dass ich auch nur das geringste hätte dagegen tun können.

 

Durch dieses Erleben hat sich mir eine Erkenntnis deutlich gezeigt, die ich eigentlich gerne übersehen wollte: Man kann einer Sache nicht ausweichen, ihr entgehen – oder auswählen. Wenn man an eine Kreuzung kommt, dann hat man natürlich die Wahl, den sogenannten „freien Willen“, zwischen dem einen oder dem anderen Weg. Die Auswahl des einen Weges bedeutet jedoch nicht, dass man dadurch den anderen Weg nicht gehen muss – den hat man sich nur für später aufgehoben …

Sonntagsgedanken – Freiheit

Niemand ist hoffnungsloser versklavt als jene, die fälschlicherweise glauben, frei zu sein.                                        Johann Wolfgang von Goethe

 

Wenn man in Deutschland Menschen fragt, ob sie frei sind, dann werden die meisten vermutlich mit „ja“ antworten.

Doch haben diejenigen, die so antworten, schon einmal darüber nachgedacht, was Freiheit wirklich bedeutet.

Ich habe es kürzlich getan und mir zunächst überlegt: Was ist Freiheit nicht.

Du bist nicht frei,

  • wenn Du jeden Morgen aus dem Haus gehst, um Dinge zu tun, die Dir ein anderer Mensch aufträgt,
  • wenn Du gezwungen bist, Anweisungen Folge zu leisten, deren Ausführung Du eigentlich ablehnst – nur weil Du „das Geld benötigst“,
  • wenn Du glaubst, nicht sagen zu können, was Du wirklich denkst,
  • wenn Du der Meinung bist, dass andere Menschen das Recht haben, Dir sagen können, was Du tun und lassen sollst,
  • wenn Du, um Bestrafung zu vermeiden, auch unsinnigen Regeln Folge leisten musst,
  • wenn Du in Deinem Garten nicht anpflanzen darfst, was Du willst,
  • wenn Du akzeptierst, dass Dir jemand anderes sagt, welche Lebensmittel für Dich gesund sind,
  • wenn Du nicht wohnen darfst, wo es Dir am besten gefällt,
  • wenn Du glaubst, Du müsstest tolerant sein,
  • wenn Du gezwungen bist, für Dinge, die Du zum Leben benötigst, zu „bezahlen“,
  • wenn Du für Dinge bezahlen musst, die Du gar nicht haben willst,
  • wenn Du Dir vorschreiben lässt, was für Deine Gesundheit das Richtige ist,
  • wenn Du glaubst, dass Dir jemand sagen kann, welche Kleidung Du tragen solltest oder auch
  • wenn Du denkst, Du hast mehr vom Tag, wenn Du an der Uhr drehst.

Nein, Du bist ganz sicher nicht frei, wenn Du nicht das tun kannst, was Du aus tiefstem Herzen gerne tun würdest. Alles, was Dich davon abhält, Du selbst zu sein, in Dir zu ruhen, und Dich mit dem zu beschäftigen, was Dir entspricht, steht dem entgegen, was Freiheit bedeuten würde.

Doch die Freiheit verlangt auch etwas von Dir, nämlich: die Übernahme der Verantwortung für alles, was Du tust. Und Du kannst nicht frei sein, wenn Du nicht auch anderen Menschen die Freiheit gibst, das zu tun, was ihnen entspricht.

 

Verantwortung ist etwas, womit viele Menschen nicht umgehen können – lieber die Pille nehmen, die der Doktor empfohlen hat; lieber tun, was man Dir sagt, dann gibt’s auch keinen Ärger; die Regierung weiß schon, was richtig ist; die Polizei passt schon auf, das alles sicher ist, und so weiter und so fort.

 

Ich fürchte, es ist schwierig, wirklich frei zu sein – wenn es überhaupt möglich ist. Zu sehr sind wir schon so lange eingeschränkt, selbst in unserem Denken. Zu sehr unterliegen wir Zwängen, denen wir nicht so einfach entgehen können. Zu viele Fäden halten uns in Abhängigkeiten, derer wir uns kaum bewusst sind. Zu groß ist die Verschleierung der Sicht auf die Dinge hinter den Dingen, die wir nicht lüften können. Zu oft hat man uns in die gewünschte Richtung gebogen, als dass wir noch in der Lage wären, aufrecht uns selbst zu vertreten.

 

Doch ist es schon ein Schritt in die richtige Richtung, wenn man beginnt zu erkennen, dass man eben nicht so frei ist, wie man denkt. Man kann sich – vielleicht auch nur in kleinen Schritten – seiner Freiheit nähern. Auch mal sagen, was man denkt, und dazu stehen. Auch mal schauen, was man für seine Gesundheit tun kann, statt zu erwarten, dass es der Arzt „schon richtet“.  – Auch mal einen grünen Pullover tragen, wenn gerade Grau „angesagt ist“.

 

Die Fesseln erkennen, sie langsam lösen und irgendwann einmal abstreifen …

 

 

 

Erfahrungen – Strophantus

Bei der Suche nach einem Hilfsmittel gegen Beschwerden, die sich bei mir in den letzten Jahren entwickelt haben, bin ich auf eine interessante Seite gestoßen: strophantus.de von Dr. Debusmann.
Dieser schreibt:
Es gibt einen Wirkstoff der Natur, der nachweislich wirkt und zur Herzinfarkt Prophylaxe eingesetzt werden kann und somit vor einem Herzinfarkt schützt. Der Name dieses Pflanzenwirkstoffs ist Strophanthin.
Ich will dazu beitragen, dass Sie Ihre Lebensqualität erhalten oder zurückerhalten, falls Sie Herzprobleme haben oder in Sorge sind, solche zu bekommen.

Ursprünglich wollte ich zu einem der Ärzte gehen, die Dr. Debusmann auf seiner Seite aufgeführt hatte. Da es sich bei dem Wirkstoff um ein Präparat handelt, bei dem der Gewinn vergleichsweise gering ist, wird dieses Mittel von Ärzten praktisch nicht verschrieben. Zum Schutz des Patienten ist ein freier Verkauf von Strophanthin selbstverständlich untersagt. Herr Dr. Debusmann hat Ärzte gefunden, die bereit sind, ein Rezept auszustellen. Ich rief daher bei einer Praxis in relativer Nähe an. Leider erfuhr ich, dass man keine Patienten mehr aufnehme.

Wie ich gelesen hatte, ist eine regelmäßige Einnahme geboten. Diese Absage in der ärztlichen Praxis lies mich auch an die Probleme denken, die sich etwa zukünftig zeigen könnten, wenn das Präparat nicht dauerhaft zuverlässig zu erhalten wäre. Da mich die Ausführungen von Dr. Debusmann jedoch grundsätzlich überzeugt hatten, habe ich mich nach einer möglichen Alternative umgesehen. Gefunden habe ich ein homöopathisches Mittel:

Strophanthus Hevert Tropfen (Abb.)

Ausprobiert habe ich auch z.B. Globuli von anderen Firmen, doch diese Tropfen von der Firma Hevert haben mir am besten geholfen.

Die Beschwerden, die ich habe, sind nicht eindeutig definierbar. Es könnten allergische oder auch stressbedingte Reaktionen sein, wie auch immer, die Tropfen helfen mir. Bei einer ungefähren Einnahme von dreimal täglich 5 Tropfen ist die Menge wochenlang haltbar, nicht teuer (schon für etwa 16 € erhältlich) und für die kleine Vorratshaltung geeignet.

Ich will nicht behaupten, dass dieses Mittel in der Wirkung vergleichbar ist mit dem Präparat, das Herr Dr. Debusmann empfiehlt, doch für mich, die mit einer guten Wirksamkeit von homöopathischen Mitteln Erfahrungen hat, ist es bei Herzbeschwerden geeignet. Außerdem begebe ich mich mit dem homöopathischen Präparat nicht in Abhängigkeiten, die ich nicht „in der Hand habe“.

Die Seite strophantus.de ist es wert, gelesen und verbreitet zu werden. Vielleicht finden sich ja auch noch mehr Ärzte, denen das Wohl ihrer Patienten wirklich am Herzen liegt.

Selbstverständlich sollte man bei gesundheitlichen Problemen einen Arzt aufsuchen. Ich rate grundsätzlich niemandem, seine Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen …

 

Ferienerlebnisse

Wir haben uns eine „kleine Auszeit genommen“. Natürlich müssen die Tiere jeden Tag versorgt werden, doch wir haben es uns im Verein so einteilen können, dass wir zu zweit ein dreitägiges Seminar in Oberstaufen im Allgäu besuchen konnten. Das war sehr entspannend.

Ein wenig Unsicherheit herrschte im Vorfeld, weil die im Internet angebotenen Zimmer entweder belegt oder unverschämt teuer waren und es vielleicht ein bisschen riskant war, in ein Urlaubsgebiet zu fahren, ohne eine sichere Unterkunft zu haben. Wir sind Donnerstag Nachmittag losgefahren und hatten ca. 4 Stunden Fahrtzeit eingeplant. Der Leihwagen war allerdings ein kleiner schneller Flitzer, die Strecke war wenig befahren, und wir kamen früher als geplant an, so hatten wir bis zum Dunkelwerden noch einige Stunden Zeit für die Suche nach einer Unterkunft.
Bereits einige Kilometer vor dem Ziel beschäftigte mich die Frage, wo wir unsere Suche beginnen sollten. Die kleinen Dörfer im Allgäu liegen weit verstreut, und manche erreicht man nur über eine einzige Straße, über die man auch wieder hinaus fährt, das ist ein zeitlicher Aufwand, den wir umgehen wollten. Natürlich hofften wir, auch möglichst nicht so sehr weit vom Seminarort unterzukommen – nach Seminarende abends im Dunkeln noch auf unbekannten Straßen fahren zu müssen, ist meine Sache nicht.

Ich weiß, es hört sich etwas eigenartig an, doch es ist tatsächlich so, dass ich mich entschieden habe, die Sache mit der Unterkunft dem Universum zu überlassen. Ich stellte mir vor, dass wir ein Schild sehen, auf dem „Zimmer frei“ steht, und dass das Zimmer einen Balkon hat. Das war schon alles, was wir uns wünschten – man will ja auch nicht übertreiben ;-). Zunächst sind wir doch auf einen kleinen Hof gefahren, der uns gefiel, und der ja vielleicht ein Zimmer frei hatte – na ja, hätte ja sein können. Der zweite Versuch war ein Gasthof, der zwar mit einem Schild „Zimmer frei“ versehen war, jedoch gerade wegen Renovierung geschlossen hatte. Da dieses Örtchen nicht weit vom Seminarhaus entfernt lag, entschlossen wir uns, einfach mal weiter die Straße entlang zu fahren. Zwei Häuser mit „besetzt“ Schildern, dann eine zweite Querstraße und ein Haus mit einem „Zimmer frei“ Schild. „Lass uns bis zum Ende der Straße durchfahren …“. Am Ende der Straße ein „Haus Sabine“. Ich frag mal. Glück gehabt, das größte Zimmer (eigentlich waren es zwei) gerade wegen Absage frei geworden. Der Preis akzeptabel, die Besitzerin sympathisch – gleich alle Formalitäten erledigt und ein schönes Zimmer mit Balkon bezogen. Den Rest des Tages haben wir gemütlich mit mitgebrachtem Essen auf dem Balkon verbracht. Einer Mitteilnehmerin des Seminars konnten wir sogar am nächsten Morgen noch unser Wissen über das von uns entdeckte erste Haus mit einem freien Zimmer weitergeben, worüber sie sehr glücklich war, denn es war tatsächlich noch frei.

Da ich schon über Pfingsten zu einem Seminar in Oberstaufen war, kannte ich die Innenstadt etwas und wir konnten uns am nächsten Tag vor dem Seminar noch schnell einen kleinen Wasserkocher kaufen – das Zimmer war zwar mit Frühstück, aber eben keine Ferienwohnung. Wir haben ein paar wirklich schöne, anregende Tage mit spirituellen Themen in Oberstaufen verbracht. Da es um Zuhören und nicht so sehr ums Lernen und Mitschreiben ging, konnte ich während des Seminars einen schönen Loopschal für mich häkeln – was will man mehr.

 

Aus dem Seminar in Oberstaufen über Pfingsten hatte sich eine Gruppe gebildet, von der auch bei dem von uns jetzt besuchten Seminar einige Teilnehmer anwesend waren. Mit diesen sind wir in Kontakt gekommen und haben mit der Gruppe jetzt schon zwei Abende verbracht. Die Entfernung von uns zum Treffpunkt war mir zunächst etwas weit, doch es hat sich gelohnt. Wenn man sich wie wir mit alternativen Lebensvorstellungen beschäftigt, ist es nicht leicht, wirklich Gleichgesinnte zu finden. Die beiden Seminare haben sich also allein schon deshalb gelohnt, weil wir zu dieser Gruppe gefunden haben, mit der wir auch künftig einmal monatlich sehr gerne zusammen sind.

 

Bei den Tieren gab es auch Erfreuliches. Eine unserer Nandus, die wir im letzten Jahre großgezogen haben, hat das erste Ei gelegt. Da wir immer noch nicht sicher sind, um welches Geschlecht es sich bei den drei Tieren jeweils handelt, ob auch ein Männchen dabei ist, haben wir keinen Brutversuch riskiert und das Ei und die noch folgenden anderweitig verwendet.

Nandu Ei Nr. 1

 

Unsere hübsche Ammy hat ein Mädchen bekommen. Morgens als wir zum Füttern gingen, habe ich schon beim Begrüßungsmähen gehört: Nachwuchs. Ammy war zwar in letzter Zeit etwas dicker geworden, doch bei der nachgewachsenen Wolle ist es schwieriger zu erkennen, ob es an der Wolle liegt oder ob sich Nachwuchs ankündigt. Die Kleine ist soooo hübsch, so „typisch Mädchen“ (anders ist es nicht zu beschreiben), dass ich schon am Gesichtchen erkennen konnte, das es weiblicher Nachwuchs ist. Große Freude – als Tochter von Amalie (Ammy) wird sie einen Namen mit „B“ bekommen.

Ammy und die Kleine     Die Kleine von Ammy I

 

Wir haben nach langer Suche endlich Rebhühner zum Kaufen gefunden. Die gibt es nur selten oder auch sehr teuer. Der Preis bei diesen war in Ordnung, der Verkäufer wohnte nicht allzu weit von uns entfernt, und wir haben zwei Männchen und vier Weibchen mitnehmen können.

 

Die Apfelernte hat begonnen. Wir haben schnell gehandelt und bei Löwe im abnehmenden Mond schon ca. 200 kg Äpfel zu Saft pressen lassen. In den nächsten Wochen wollen wir versuchen, auch noch etwas Most herzustellen und ich möchte schauen, was meine selbst produzierte Essigmutter taugt und versuche mich an Apfelessig.

Apfelsaft

 

Die Erzeugergemeinschaft, bei der wir ein Abo haben, hatte bei der wöchentlichen Abholung so viele Tomaten im Angebot, dass ich jede Menge gekocht habe. Tomatensuppe, die man auch jederzeit als Grundlage für Soßen nutzen kann, ist eine wunderbare Sache.

Außerdem habe ich z.B. eine Quiche mit Brennnesseln und Spinat (mit versteckten Tomaten) auf den Tisch gebracht – einfach lecker.

     Quiche Zutaten     Quiche I              Quiche fertig

 

Die letzten Wochen habe ich persönlich auch dafür genutzt, mich intensiv mit Themen zu beschäftigen, für die man sich Zeit zum Studieren nehmen muss. Das Seminar hat weitere Anstöße geliefert und meiner Lieblingsbeschäftigung seit Kindertagen, Lesen, konnte ich ausgiebig nachgehen.

 

Beim Besuch einiger Feste und Märkte hier in der Gegend bin ich wieder vielfach mit dem Thema Handarbeiten in Berührung gekommen und konnte für uns so manche Inspiration einfangen. Zur Zeit nutze ich jede Wartezeit, um ein paar Maschen zu häkeln. Geplant ist die Gründung einer Handarbeitsgruppe. Am Wochenende habe ich „zufällig“ eine bekannte Schneiderin wieder getroffen – sie macht gerne mit.

 

Mit dem Thema Wasser, über das ich demnächst hier etwas schreiben möchte, habe ich mich ebenfalls beschäftigt, und zwar auch in der Form, dass ich für uns ein Destillier- und ein Wasser Ionisiergerät gekauft habe. Mit dem Ionisierer mache ich gerade einen Selbstversuch und kann jetzt, nach ca. drei Wochen, schon sagen, dass mir das Trinken des alkalischen Wassers bei meinen Beschwerden hilft.

Außerdem habe ich mit der Einnahme von Aurum metallicum in Form von Globuli begonnen, und es hat sich neben einem besserem Schlaf eine erstaunliche Wirkung gezeigt, über die ich noch weiter nachdenken muss, bevor ich dazu hier etwas schreiben möchte.

 

Ach ja, zum Thema Selbstversorgung bin ich auf die Videos eines Australiers gestoßen, den ich noch nicht kannte. Er beschäftigt sich – wie Sepp Holzer – auch mit Permakultur. Er ist allerdings sehr großzügig und hat jede Menge Videos (YouTube) ins Netz gestellt. Sein Name: Geoff Lawton. Es ist unglaublich, was dieser Mensch schon geschaffen hat – unbedingt sehenswert.

 

Alles in allem waren die Ferien teilweise recht anstrengend, doch auch anregend und entspannend. Unser Ziel, mehr Eigenständigkeit, hat in den Ferien neue Impulse bekommen und wir sind, dessen bin ich sicher, in der richtigen Richtung unterwegs …

 

 

 

 

 

Erlebnisse – Die Bank an Deiner Seite …

Gestern hatte ich einen Banktermin. Früher … konnte man ja überall einfach mal hingehen, wenn man eine Frage hatte, heute benötigt man einen Termin.

Meine Gesprächspartnerin hatte offene Augen – erstaunlich offene Augen. Ich achte auf solche Dinge, hauptsächlich.

Das Fall war einfach. Ich hatte von einer Filiale, bei der ich vor fast 30 Jahren mal ein Sparbuch angelegt hatte, ein Schreiben bekommen, worin ich gebeten wurde, eine Kopie des Personalausweises zu übersenden. Es ging um eine geringe Summe, doch da ich derzeit versuche, mich von allen „alten“ Dingen zu lösen, wollte ich die Sache erledigen.

Erledigen konnte ich sie nicht, weil ich keinen Personalausweis mehr besitze und mein Reisepass leider seit 2 Monaten abgelaufen ist. Mit behördlichen Anforderungen gehe ich etwas „widerwillig“ um. Jetzt bin ich allerdings erst einmal gezwungen, mich um einen Pass zu kümmern.

Dennoch haben meine Tochter, die mich begleitet hat, und ich, eine knappe Stunde in der Bank verbracht. Es ergab sich neben der belanglosen Angelegenheit nämlich ein Gespräch mit der überaus freundlichen, nein, mit der wirklich menschlichen Gesprächspartnerin, zunächst über unsere Tiere und das Problem der täglichen Fahrerei, dann über familiäre Angelegenheiten wie Kindererziehung und dann noch über dies und das und jenes.

Auf meine Frage nach einer Toilette führte sie mich in das obere Stockwerk, und nach meinem Toilettengang entwickelte sich ein Gespräch, in dem sie mir sagte, dass sie selbst den Wunsch nach einem anderen – mit meinen Vorstellungen weitgehend übereinstimmenden – Leben hätte und ich mit meiner Sicht auf die Zukunft wohl richtig läge.

Ich habe es hier ja schon einmal erwähnt, dass wir gerne einen Hof hätten, natürlich um die Tiere in unserer Nähe zu haben, aber auch für den Anbau von Nahrungsmitteln, die Bildung einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten und den weitgehenden „Ausstieg“ aus der belastenden Umwelt, in der die wirklich wichtigen Dinge offenbar keine oder kaum noch Bedeutung haben.

Es gibt mehr Menschen als man denkt, die langsam erkennen, dass das Leben, das sich durch Hektik und die Jagd nach immer mehr und mehr längst von unserem eigentlichen Daseinssinn abgekoppelt hat, auf Dauer unbefriedigend ist und vielfach einfach nur noch krank macht.

Ich habe mich sehr gefreut, dieser Frau, diesem freundlichen und bewussten Menschen zu begegnen, und wenn der Ort ein anderer gewesen wäre, hätte ich sie umarmt. Ich habe ihren Namen und die Telefonnummer, und sie kommt auf meine kleine Liste der Menschen, die ich ansprechen werde, wenn wir den richtigen Platz für uns gefunden haben.

Solche Begegnungen versöhnen mich für eine Zeitlang wieder mit dem Zwang, der mir und uns von außen auferlegt wird und dem soweit nur irgend möglich zu entkommen mein und unser Bestreben ist …