Begründetes Anfangswissen

“Man muss nicht alles wissen, man braucht nur zu wissen, wo was steht.“
Das war die Einstellung meines Lehrherren, der als Anwalt für mich damals ein Vorbild in Sachen Wissen zu sein schien – und Bücher waren schon immer meine große Leidenschaft.

Im Laufe der Zeit habe ich Bücher geradezu verschlungen und mir viel Wissen angeeignet. Bei einem Thema hängengeblieben bin ich selten, sondern vom “Hölzchen auf’s Stöckchen gekommen“, wie meine Großmutter immer so schön sagte.

Natürlich könnte man sagen, dass ich dadurch von allem wenig weiß, und das mag auch stimmen, doch ich habe ein “begründetes Anfangswissen“, auf das sich aufbauen lässt – ich weiß meist, was wo steht, für den Fall, dass ich tiefer einsteigen möchte.

Seitdem es das Internet gibt, ist der Zugang zu Informationen so rapide angestiegen, dass es mir möglich war, schneller mehr Wissen anzusammeln. Dies führt dazu, dass sich Verbindungen im Kopf zusammenfügen, die vorher kaum möglich und durch eingeschränkten Zugang zum jeweiligen Interessensgebiet manchmal auch undenkbar waren.

Gerade in der letzten Zeit habe ich Zusammenhänge erkannt, die denkbar, doch unfassbar zu sein scheinen. Mein begründetes Anfangswissen führt mich zu folgender Geschichte.

‚Vor einiger Zeit lebte auf einem schönen Flecken dieser Erde, von Wasser umgeben, ein Völkchen, das völlig mit sich selbst beschäftigt war. Ganz besonders stolz war das Völkchen auf die vogelartigen Gebilde, die seit Generationen von ihnen aus allen möglichen Materialien ihrer Umgebung gebaut wurden.
Eines Tages kamen Götter zu ihnen, und diese Götter erteilten den kräftigsten Mitgliedern des Völkchens eine Aufgabe. Sie sollten für die Götter kämpfen. Göttern widerspricht man eher selten, und so trugen die neuen Krieger bald stolz die drei Buchstaben des Namens der Götter auf ihrer Brust und zogen in den Kampf.

Die neuen Krieger haben ihren Job wohl ordentlich gemacht, denn die Götter luden einen aus ihrem Völkchen zum Dank zu einer Reise in das Reich der Götter ein.

Das war für diesen Menschen eine unglaubliche Reise, hatten die Mitglieder des Völkchens doch bisher geglaubt, ihr Flecken Erde sei alles, was in dieser Welt existierte – und jetzt das. Die Götter präsentierten ihm eine eigene, große Welt.

Zurück bei seinem Völkchen erzählte der Mensch von seinen Erlebnissen. Was ihn richtiggehend schockiert hatte, war die Tatsache, dass diese Götter doch tatsächlich die Ideen ihres Volkes gestohlen und nachgebaut hatten – und sie nannten sie Flugzeuge.

Alle waren sich darüber einig, froh zu sein, dass ihre Welt mit der der Götter nichts zu tun hatte. Ihre Welt war die Insel, und nur die existierte.‘

Wilde halt, die es nicht besser wissen.
Doch was, wenn unsere Welt auch eine Insel wäre?

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