Verluste

Die letzten Wochen waren zu traurig, um mich mit Dingen wie Blog oder E-Mail oder Verein oder Planungen oder überhaupt irgend etwas, das mir alles plötzlich sowieso unwichtig erschienen ist, zu beschäftigen.

Einen Morgen kamen wir zur Fütterung auf den Berg und dort lag unsere Ziege Jane tot vor dem Zaun. Keine Verletzungen zu sehen – einfach tot.

Dann starben einige Hühner und das Kaninchen, das mich immer abgeleckt hat, wenn ich es beim Füttern gestreichelt habe.

Und als sei das noch nicht genug, fanden wir ein paar Tage später auch noch unseren Torro tot auf der Weide – aus Nase und Mund blutend. Nur wenige Tage vorher waren wir noch mit ihm beim Tierarzt, weil etwas an seinem Fuß operiert werden musste, und es ging ihm gut.

Ich weiß nicht was es war, das den Tieren den Tod gebracht hat, doch solche Ereignisse gehen an uns nicht spurlos vorbei. 17 Jahre lang hatte ich es geschafft, meinen Kindern ein Haustier zu verwehren, weil ich aus der Kindheit noch wusste, wie schwer für mich der Tod eines Tieres zu verkraften ist – davor wollte ich mich und meine Kinder bewahren. Jetzt haben wir viele Tiere und man könnte denken, da ist der Schmerz nicht so groß, wenn mal eins davon stirbt – es ist schrecklich.

Die Verluste dieses Jahres haben mich in ein tiefes Tal geführt, und ich musste mich in mich selbst zurückziehen, um zu erkennen, wo ich mich befand. Allerdings war ich in der Lage, mich mit Bach-Blüten und Homöopathie soweit „auf Kurs“ zu halten, dass ich die Richtung noch erkennen konnte.

 

Ich habe mich immer geweigert, mir den Tod anzusehen, sei es bei meiner Großmutter oder meiner Mutter – ich konnte es einfach nicht ertragen. Habe mir immer gesagt: es reicht, zu wissen, dass sie tot sind. Jetzt, mit den Tieren, muss ich mir den Tod nicht nur ansehen, ich musste bei einem Tier, an dem ich sehr sehr gehangen habe, sogar zuschauen, wie der Tod auftauchte, sich näherte und das Tier mit sich nahm, ohne, dass ich auch nur das geringste hätte dagegen tun können.

 

Durch dieses Erleben hat sich mir eine Erkenntnis deutlich gezeigt, die ich eigentlich gerne übersehen wollte: Man kann einer Sache nicht ausweichen, ihr entgehen – oder auswählen. Wenn man an eine Kreuzung kommt, dann hat man natürlich die Wahl, den sogenannten „freien Willen“, zwischen dem einen oder dem anderen Weg. Die Auswahl des einen Weges bedeutet jedoch nicht, dass man dadurch den anderen Weg nicht gehen muss – den hat man sich nur für später aufgehoben …

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