Ferienerlebnisse

Wir haben uns eine „kleine Auszeit genommen“. Natürlich müssen die Tiere jeden Tag versorgt werden, doch wir haben es uns im Verein so einteilen können, dass wir zu zweit ein dreitägiges Seminar in Oberstaufen im Allgäu besuchen konnten. Das war sehr entspannend.

Ein wenig Unsicherheit herrschte im Vorfeld, weil die im Internet angebotenen Zimmer entweder belegt oder unverschämt teuer waren und es vielleicht ein bisschen riskant war, in ein Urlaubsgebiet zu fahren, ohne eine sichere Unterkunft zu haben. Wir sind Donnerstag Nachmittag losgefahren und hatten ca. 4 Stunden Fahrtzeit eingeplant. Der Leihwagen war allerdings ein kleiner schneller Flitzer, die Strecke war wenig befahren, und wir kamen früher als geplant an, so hatten wir bis zum Dunkelwerden noch einige Stunden Zeit für die Suche nach einer Unterkunft.
Bereits einige Kilometer vor dem Ziel beschäftigte mich die Frage, wo wir unsere Suche beginnen sollten. Die kleinen Dörfer im Allgäu liegen weit verstreut, und manche erreicht man nur über eine einzige Straße, über die man auch wieder hinaus fährt, das ist ein zeitlicher Aufwand, den wir umgehen wollten. Natürlich hofften wir, auch möglichst nicht so sehr weit vom Seminarort unterzukommen – nach Seminarende abends im Dunkeln noch auf unbekannten Straßen fahren zu müssen, ist meine Sache nicht.

Ich weiß, es hört sich etwas eigenartig an, doch es ist tatsächlich so, dass ich mich entschieden habe, die Sache mit der Unterkunft dem Universum zu überlassen. Ich stellte mir vor, dass wir ein Schild sehen, auf dem „Zimmer frei“ steht, und dass das Zimmer einen Balkon hat. Das war schon alles, was wir uns wünschten – man will ja auch nicht übertreiben ;-). Zunächst sind wir doch auf einen kleinen Hof gefahren, der uns gefiel, und der ja vielleicht ein Zimmer frei hatte – na ja, hätte ja sein können. Der zweite Versuch war ein Gasthof, der zwar mit einem Schild „Zimmer frei“ versehen war, jedoch gerade wegen Renovierung geschlossen hatte. Da dieses Örtchen nicht weit vom Seminarhaus entfernt lag, entschlossen wir uns, einfach mal weiter die Straße entlang zu fahren. Zwei Häuser mit „besetzt“ Schildern, dann eine zweite Querstraße und ein Haus mit einem „Zimmer frei“ Schild. „Lass uns bis zum Ende der Straße durchfahren …“. Am Ende der Straße ein „Haus Sabine“. Ich frag mal. Glück gehabt, das größte Zimmer (eigentlich waren es zwei) gerade wegen Absage frei geworden. Der Preis akzeptabel, die Besitzerin sympathisch – gleich alle Formalitäten erledigt und ein schönes Zimmer mit Balkon bezogen. Den Rest des Tages haben wir gemütlich mit mitgebrachtem Essen auf dem Balkon verbracht. Einer Mitteilnehmerin des Seminars konnten wir sogar am nächsten Morgen noch unser Wissen über das von uns entdeckte erste Haus mit einem freien Zimmer weitergeben, worüber sie sehr glücklich war, denn es war tatsächlich noch frei.

Da ich schon über Pfingsten zu einem Seminar in Oberstaufen war, kannte ich die Innenstadt etwas und wir konnten uns am nächsten Tag vor dem Seminar noch schnell einen kleinen Wasserkocher kaufen – das Zimmer war zwar mit Frühstück, aber eben keine Ferienwohnung. Wir haben ein paar wirklich schöne, anregende Tage mit spirituellen Themen in Oberstaufen verbracht. Da es um Zuhören und nicht so sehr ums Lernen und Mitschreiben ging, konnte ich während des Seminars einen schönen Loopschal für mich häkeln – was will man mehr.

 

Aus dem Seminar in Oberstaufen über Pfingsten hatte sich eine Gruppe gebildet, von der auch bei dem von uns jetzt besuchten Seminar einige Teilnehmer anwesend waren. Mit diesen sind wir in Kontakt gekommen und haben mit der Gruppe jetzt schon zwei Abende verbracht. Die Entfernung von uns zum Treffpunkt war mir zunächst etwas weit, doch es hat sich gelohnt. Wenn man sich wie wir mit alternativen Lebensvorstellungen beschäftigt, ist es nicht leicht, wirklich Gleichgesinnte zu finden. Die beiden Seminare haben sich also allein schon deshalb gelohnt, weil wir zu dieser Gruppe gefunden haben, mit der wir auch künftig einmal monatlich sehr gerne zusammen sind.

 

Bei den Tieren gab es auch Erfreuliches. Eine unserer Nandus, die wir im letzten Jahre großgezogen haben, hat das erste Ei gelegt. Da wir immer noch nicht sicher sind, um welches Geschlecht es sich bei den drei Tieren jeweils handelt, ob auch ein Männchen dabei ist, haben wir keinen Brutversuch riskiert und das Ei und die noch folgenden anderweitig verwendet.

Nandu Ei Nr. 1

 

Unsere hübsche Ammy hat ein Mädchen bekommen. Morgens als wir zum Füttern gingen, habe ich schon beim Begrüßungsmähen gehört: Nachwuchs. Ammy war zwar in letzter Zeit etwas dicker geworden, doch bei der nachgewachsenen Wolle ist es schwieriger zu erkennen, ob es an der Wolle liegt oder ob sich Nachwuchs ankündigt. Die Kleine ist soooo hübsch, so „typisch Mädchen“ (anders ist es nicht zu beschreiben), dass ich schon am Gesichtchen erkennen konnte, das es weiblicher Nachwuchs ist. Große Freude – als Tochter von Amalie (Ammy) wird sie einen Namen mit „B“ bekommen.

Ammy und die Kleine     Die Kleine von Ammy I

 

Wir haben nach langer Suche endlich Rebhühner zum Kaufen gefunden. Die gibt es nur selten oder auch sehr teuer. Der Preis bei diesen war in Ordnung, der Verkäufer wohnte nicht allzu weit von uns entfernt, und wir haben zwei Männchen und vier Weibchen mitnehmen können.

 

Die Apfelernte hat begonnen. Wir haben schnell gehandelt und bei Löwe im abnehmenden Mond schon ca. 200 kg Äpfel zu Saft pressen lassen. In den nächsten Wochen wollen wir versuchen, auch noch etwas Most herzustellen und ich möchte schauen, was meine selbst produzierte Essigmutter taugt und versuche mich an Apfelessig.

Apfelsaft

 

Die Erzeugergemeinschaft, bei der wir ein Abo haben, hatte bei der wöchentlichen Abholung so viele Tomaten im Angebot, dass ich jede Menge gekocht habe. Tomatensuppe, die man auch jederzeit als Grundlage für Soßen nutzen kann, ist eine wunderbare Sache.

Außerdem habe ich z.B. eine Quiche mit Brennnesseln und Spinat (mit versteckten Tomaten) auf den Tisch gebracht – einfach lecker.

     Quiche Zutaten     Quiche I              Quiche fertig

 

Die letzten Wochen habe ich persönlich auch dafür genutzt, mich intensiv mit Themen zu beschäftigen, für die man sich Zeit zum Studieren nehmen muss. Das Seminar hat weitere Anstöße geliefert und meiner Lieblingsbeschäftigung seit Kindertagen, Lesen, konnte ich ausgiebig nachgehen.

 

Beim Besuch einiger Feste und Märkte hier in der Gegend bin ich wieder vielfach mit dem Thema Handarbeiten in Berührung gekommen und konnte für uns so manche Inspiration einfangen. Zur Zeit nutze ich jede Wartezeit, um ein paar Maschen zu häkeln. Geplant ist die Gründung einer Handarbeitsgruppe. Am Wochenende habe ich „zufällig“ eine bekannte Schneiderin wieder getroffen – sie macht gerne mit.

 

Mit dem Thema Wasser, über das ich demnächst hier etwas schreiben möchte, habe ich mich ebenfalls beschäftigt, und zwar auch in der Form, dass ich für uns ein Destillier- und ein Wasser Ionisiergerät gekauft habe. Mit dem Ionisierer mache ich gerade einen Selbstversuch und kann jetzt, nach ca. drei Wochen, schon sagen, dass mir das Trinken des alkalischen Wassers bei meinen Beschwerden hilft.

Außerdem habe ich mit der Einnahme von Aurum metallicum in Form von Globuli begonnen, und es hat sich neben einem besserem Schlaf eine erstaunliche Wirkung gezeigt, über die ich noch weiter nachdenken muss, bevor ich dazu hier etwas schreiben möchte.

 

Ach ja, zum Thema Selbstversorgung bin ich auf die Videos eines Australiers gestoßen, den ich noch nicht kannte. Er beschäftigt sich – wie Sepp Holzer – auch mit Permakultur. Er ist allerdings sehr großzügig und hat jede Menge Videos (YouTube) ins Netz gestellt. Sein Name: Geoff Lawton. Es ist unglaublich, was dieser Mensch schon geschaffen hat – unbedingt sehenswert.

 

Alles in allem waren die Ferien teilweise recht anstrengend, doch auch anregend und entspannend. Unser Ziel, mehr Eigenständigkeit, hat in den Ferien neue Impulse bekommen und wir sind, dessen bin ich sicher, in der richtigen Richtung unterwegs …

 

 

 

 

 

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