Sonntagsgedanken – Liebe und Angst

Vor einigen Jahren habe ich einmal gelesen, alle Gefühle eines Menschen hätten den Ursprung in nur zwei grundlegenden Gefühlen, nämlich Liebe und Angst.

Liebe ist die Grundlage von Freude, Mitgefühl, Glück, Geborgenheit, Geduld und/oder Dankbarkeit.

Angst ist die Grundlage von praktisch allen negativen Gefühlen. Hier mag es uns nicht ganz so deutlich erkennbar erscheinen, doch wenn man darüber nachdenkt, kann man es zumindest nicht ganz von der Hand weisen. Aufregung, Beklemmung, Hilflosigkeit, Sorge, Stress, Unsicherheit und anderes könnte man auch durch Angst ersetzen.

Mit Liebe öffnet sich uns die Welt. Alles ist wunderbar, ganz einfach und gelingt ohne Mühe.

Angst lässt einen Menschen in sich zusammen sinken, lässt den Blutdruck ansteigen, belastet vielleicht den Magen oder den Darm, führt möglicherweise zu Kopf- oder Nierenschmerzen.

Doch es ist nicht nur das. Derzeit kann man, wo immer man auch hinschaut, Berichte über Themen finden, die dazu geeignet sind, Angst zu verbreiten: Terror, Krankheiten, Wetterveränderungen, Kriegsandrohungen, Wirtschaftssanktionen, Finanzmarktprobleme und worüber man sonst noch hören oder lesen kann.

Welche Auswirkungen haben diese negativen Berichte auf uns? Viele werden verunsichert: ist das Leben noch sicher? Kann Terror auch in meine Nachbarschaft kommen? Sitz im Cockpit meines Flugzeugs vielleicht ein „Selbstmörder“? Kann ich vom Ausbruch einer neuen Krankheit auch betroffen sein? Können Wirtschaftssanktionen meinen Arbeitsplatz gefährden? Kann auch meine Bank plötzlich ihre Türen schließen?

Diesen Dingen wäre ich hilflos ausgeliefert – oder!? Sicher scheint mir, dass ich mit dem Gefühl der Angst leicht zu manipulieren bin. Wenn ich Angst empfinde, dann suche ich Schutz – doch wer bietet mir Schutz!? Im Fall der bereits von mir genannten möglichen Ereignisse werde ich Schutz von der Polizei bzw. dem Staat erwarten. Es müssen neue Gesetze her, die alles sicherer machen – oder!?

Angst kann bewirken, dass das logische Denken aussetzt, das uns normalerweise antworten würde: Terror? Wie viel Terror gab es denn schon in meiner Stadt – da ist ein Verkehrsunfall wohl eher möglich?! Piloten sind ja doch normalerweise Menschen, die selbst auch gerne leben – ein Selbstmörder im Cockpit ist für mich praktisch auszuschließen. Wie oft war ich in der letzten Zeit überhaupt krank? Wenn ich mich relativ gesund ernähre und auch meinen Geist gesund erhalte, dann mache ich mir über Schweine- oder Vogelgrippe, Ebola und sonstige Pandemien eher wenig Sorgen. Mein Arbeitsplatz kann natürlich immer gefährdet sein, doch sich jeden Tag darüber Gedanken zu machen, ist eher kontraproduktiv. Tja, und wenn die Bank mal dicht macht, dann habe ich bestimmt nicht so viel Geld dort, dass das zu Problemen führen könnte.

Also, ganz logisch betrachtet, ist Angst eine Sache der Sichtweise. Natürlich gibt es eine begründete Angst, etwa vor gefährlichen Tieren. Das ist auch richtig und wichtig. Was Angst jedoch ebenso sein kann, ist eine Möglichkeit für andere, mich zu „beherrschen“. Wer es „darauf anlegt“, kann versuchen, mich für seine Absichten gefügig zu machen, in dem er in mir so viel Angst auslöst, dass ich allen vom ihm angebotenen Maßnahmen zustimme, die er für die Beseitigung der angstauslösenden Bedingungen ergreifen will.

Das bedeutet, dass z.B. der Staat gegen vermutliche Bedrohungen schärfere Gesetze erlassen wird – auch wenn dadurch meine Freiheit immer mehr eingeschränkt wird – stärkere Kontrollen an Flughäfen, Videoüberwachung in den Städten, an Bahnhöfen, in öffentlichen Gebäuden, verstärkte Verkehrsüberwachung, Abhören von Telefongesprächen, Kontrolle des Briefverkehrs, Datenspeicherung über Internet- und Telefonverbindungen, Geldverkehrskontrolle, Einschränkung des Bargeldes, Waffenkontrolle bei Jägern und Sportschützen und und und. Es gibt praktisch nichts, das man zugunsten der „Sicherheit“ nicht einschränken könnte.

Doch ist es das wert? Können z.B. schärfere Gesetze verhindern, dass jemand mit einem Auto in eine Menschengruppe rast? Können stärkere Kontrollen an den Flughäfen verhindern, das ein Flugzeug an einem Berg zerschellt? Welcher volltrottelige Kriminelle plant seine Tat schon übers Telefon oder im Internet? Welcher potentielle Mörder kann schon daran gehindert werden, sich eine Waffe über dunkle Kanäle zu besorgen und wie viele Menschen haben schon so viel Geld, dass sie das schwarz in Steuerparadiesen hin und her schieben können?

Wenn man es allerdings darauf anlegt, kann man viele Menschen dahingehend manipulieren, dass sie in all den Schlagzeilen tatsächliche Gefahren sehen und sich in „die Notwendigkeiten ergeben“ und Verschlechterung ihrer Lebensumstände zugunsten von vermeidlicher „Sicherheit“ akzeptieren.

All dem kann man sich nur entgegenstellen, indem man versucht in sich ein Gefühl von Liebe aufrecht zu erhalten – Liebe ist nicht manipulierbar. Liebe ist die Verbindung zu Allem Was Ist. Liebe gibt ein Gefühl von Sicherheit. Liebe kennt die Angst nicht. Liebe erhält uns gesund. All die positiven Empfindungen, die eigentlich die Liebe sind, lassen uns erkennen, dass nur darin die Wahrheit liegt. Alles andere ist Betrug an der Menschheit. Wenn wir uns das bewusst machen, dann behalten wir Macht über uns selbst und das allein eröffnet die Zukunft für ein Leben, wie es für uns vorgesehen ist – das Gegenteil davon wäre Sklaverei …

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